Ouzo - der beliebte Getränk aus Griechenland

Ouzo ist das griechische Nationalgetränk und ein traditionsreicher Anisschnaps, der fest zur Kultur und Lebensart Griechenlands gehört. Mit seinem charakteristischen Geschmack und der milchigen Trübung beim Mischen mit Wasser steht Ouzo für Geselligkeit, Genuss und mediterrane Lebensfreude.

Was fällt einem bei Ouzo sofort ein?

  • Der deutliche Geschmack und Geruch von Anis
  • Die milchige Farbe beim Hinzufügen von Eis oder Wasser
  • Der stimmungsvolle Tag an einer Strandbar am Meer
  • Der Blick auf den kleinen Hafen mit seinen Fischerbooten

Mit Ouzo wird nicht nur ein Getränk mit einem besonderen Geschmack genossen, sondern es werden auch oft Erinnerungen mit ihm aufgenommen und verbunden. In Griechenland zählt er auch heute noch zu den beliebtesten und auch meist genossenen alkoholischen Getränken.

Ouzo mit Meze

Ouzo mit Meze direkt am Meer - es gibt Schlimmeres

Ouzo - was ist seine genaue Rezeptur?

Es fällt natürlich sofort sein starkes Aroma von Anis auf. Jedoch kommen weitere Zutaten hinzu: Fenchel, Zimt und Ingwer. Diese Zutaten verbinden viele eher mit einem Tee als mit einer Spirituose. Weitere Gewürze kommen je nach Hersteller in unterschiedlichen Rezepturen hinzu: Kamille, Koriander, Angelikawurzel und Zuckerrohrwurzel. Die genaue Zusammensetzung ist das Geheimnis der einzelnen Hersteller.

Gemäß einer EU-Verordnung darf eine Spirituose mit Anis als Ouzo nur dann bezeichnet werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, wie:

  • er muss ausschließlich in Griechenland hergestellt werden
  • er muss farblos sein
  • der Zuckergehalt darf 50 Gramm pro Liter nicht überschreiten
  • es müssen gewisse Regeln bei der Destillation beachtet werden.

Im Gegensatz zum Tsipouro, der, genau wie Grappa aus dem Trester der Weinherstellung gebrannt wird, wird Ouzo aus der traditionellen Art der Destillation hergestellt.

Bei Ouzo mit besserer Qualität wird der Vor- und Nachlauf des Destillats getrennt und nicht zur Herstellung verwendet. Die  Qualität und Menge der verschiedenen Gewürze (s. weiter oben) bestimmt dann die endgültige Qualität.

Warum wird der Ouzo bei Zugabe von Wasser (also auch Eis) milchig?

Dies liegt an den ätherischen Ölen, insbesondere aus dem Anissamen, aber auch von anderen Gewürzen. Diese Öle lösen sich im Alkohol auf, jedoch nicht im Wasser. 

Anis hat auch eine anerkannte Heilwirkung. Wer schon einmal Hustentee getrunken hat, erinnert sich bestimmt, dass in diesem Tee unter anderem Anis enthalten ist. Auch bei Magen-Darm-Beschwerden wird sich ein Ouzo durchaus positiv aus.

Welches ist nun der beste Ouzo?

Das ist natürlich wie bei vielen anderen Getränken auch Geschmacksache. Es ließen sich jedoch aufgrund von verschiedenen Artikeln, vielen Gesprächen und einigen „Selbstversuchen“ einige Marken von besserer Qualität nennen. Da hier aber keine einzelnen Marken hervorgehoben werden, ist jeder selbst gefordert, sich ein Urteil zu bilden.

Häufig gestellte Fragen:

Was genau ist Ouzo und woraus besteht er?

Ouzo ist ein klarer, trockener Anisschnaps aus Griechenland, der ausschließlich dort hergestellt werden darf (geschützte geografische Angabe). Die Basis bildet reiner Alkohol landwirtschaftlichen Ursprungs, der mit Anis destilliert wird. Je nach Rezeptur kommen weitere Gewürze wie Fenchel, Koriander, Mastix, Zimt oder Muskatnuss hinzu. Entscheidend ist, dass das Aroma zu mindestens 20 % aus der Destillation stammt, nicht nur aus zugesetzten Ölen.

Warum wird Ouzo bei Zugabe von Wasser milchig weiß?

Der „Louche-Effekt“ entsteht, weil die ätherischen Öle – vor allem Anethol aus dem Anis – zwar in hochprozentigem Alkohol löslich sind, nicht aber in Wasser. Sobald Sie Wasser oder Eis hinzugeben, sinkt der Alkoholgehalt und die Öle fallen in Form winziger Tröpfchen aus. Diese fein verteilten Partikel streuen das Licht und lassen die Flüssigkeit milchig-weiß erscheinen – ein untrügliches Qualitätsmerkmal für echten, destillierten Ouzo.

Wie trinkt man Ouzo richtig?

Ouzo wird in Griechenland fast nie pur getrunken. Die klassische Art ist: Ein Glas mit ein bis zwei Eiswürfeln, Ouzo darüber gießen und dann nach Belieben mit kaltem Wasser auffüllen – nicht umgekehrt, da sonst unschöne Kristalle entstehen können. Traditionell serviert man ihn in kleinen, bauchigen Gläsern als Aperitif oder Begleiter zu Mezedes, niemals als Digestif, da er den Magen reizen kann, wenn er ohne Essen getrunken wird.

Was ist der Unterschied zwischen Ouzo und türkischem Raki?

Beide sind Anisschnäpse mit geschützter Herkunft, aber es gibt wesentliche Unterschiede. Raki wird in der Regel aus einer Traubenalkohol-Basis (Suma) hergestellt, Ouzo aus landwirtschaftlichem Alkohol, der nicht zwingend aus Wein stammt. Der Anisgehalt im Raki ist oft höher, was ihn intensiver macht. Zudem ist der türkische Raki-Tisch ein eigenes Ritual, bei dem der Schnaps stets zu Mahlzeiten mit Wasser verdünnt getrunken wird, oft begleitet von einem separaten Glas Wasser.

Welcher Ouzo ist der beste und beliebteste in Griechenland?

Die Geschmäcker sind verschieden, aber einige Marken gelten als absolute Referenz. Zu den bekanntesten und meistverkauften gehören Ouzo 12 (zumindest in Deutschland, was wohl auch an der häufigen Werbung liegt), Ouzo Plomari Isidoros Arvanitis (würzig, mit Anis und Mastix) und Ouzo Barbayanni (sehr ausgewogen, ein Klassiker aus Lesbos). Kleine, handwerklich destillierte Ouzos von Inseln wie Chios oder Lesbos sind oft Geheimtipps für Kenner.

Ist Ouzo gesund oder hat er eine heilende Wirkung?

Ouzo ist ein alkoholisches Genussmittel und kein Heilmittel. Punktuell kann er, wie andere Kräuterspirituosen, nach einem schweren Essen durch die enthaltenen ätherischen Öle (Anethol) subjektiv verdauungsfördernd wirken. Der Anis wirkt leicht krampflösend und blähungstreibend, weshalb der Ouzo in Griechenland als Begleiter zu üppigen Mahlzeiten geschätzt wird. Dennoch bleibt er hochprozentiger Alkohol, der bei übermäßigem Konsum  gesundheitliche Risiken birgt. Eine konkrete medizinische Heilwirkung ist nicht belegt; für die Gesundheit ist allein die Dosis entscheidend.

Letzte Aktualisierung: 8. August 2026