Die Kykladen Insel Milos
Die griechische Insel Milos (Μήλος), Teil der malerischen Kykladen, besticht durch ihre einzigartige Vielfalt an landschaftlichen und kulturellen Schätzen. Bekannt als die Insel der Farben und Kontraste, vereint Milos strahlend weiße Klippen, türkisblaue Buchten und vulkanische Gesteinsformationen zu einem atemberaubenden Panorama. Berühmt wurde die Insel durch die Venus von Milo, eine der bedeutendsten antiken Skulpturen, die heute im Louvre bewundert werden kann. Doch Milos hat noch weit mehr zu bieten: versteckte Fischerdörfer, heiße Quellen, unterirdische Katakomben und einige der schönsten Strände Griechenlands, wie den surreal anmutenden Sarakiniko mit seiner mondähnlichen Felsenlandschaft. Mit ihrer authentischen Atmosphäre und ihrem reichen Erbe ist Milos ein Geheimtipp für Reisende, die abseits der ausgetretenen Pfade das wahre Griechenland entdecken möchten.

Insel Milos – Fourkovouni Beach
Wo liegt Milos?
Milos liegt im Südwesten der Kykladen in der Ägäis, etwa 160 km südöstlich von Athen und nördlich des Kretischen Meeres. Die vulkanische Insel ist bekannt für ihren natürlichen Hafen von Adamantas und ihre markante Küstenlinie mit über 70 farbenprächtigen Stränden. Zusammen mit der Nachbarinsel Kimolos und einigen unbewohnten Eilanden bildet Milos die südwestlichste Inselgruppe der Kykladen. Bekanntere, ebenfalls nicht allzu weit entfernte Nachbarinseln sind Serifos, Sifnos und Folegandros.

Etwas Geschichte zur Insel Milos
Frühgeschichte und vulkanische Ursprünge
Milos, eine der südlichsten Kykladeninseln Griechenlands, entstand durch vulkanische Aktivität, die ihre einzigartige Landschaft mit bizarren Felsformationen, heißen Quellen und mineralreichen Böden prägte. Bereits in der Jungsteinzeit (ab 5000 v. Chr.) war die Insel besiedelt, vor allem wegen ihres Obsidians, eines vulkanischen Glases, das für Werkzeuge in der gesamten Ägäis gehandelt wurde. Die frühe bronzezeitliche Siedlung Phylakopi (ab 2500 v. Chr.) war eine der ersten städtischen Zentren der Kykladen und ein wichtiger Handelsknotenpunkt.
Antike Blütezeit und tragische Konflikte
Im 5. Jahrhundert v. Chr. geriet Milos in den Peloponnesischen Krieg: Die Insel widersetzte sich Athen, woraufhin die Athener die Bevölkerung massakrierten oder versklavten – ein Ereignis, das der Historiker Thukydides im „Melierdialog“ festhielt. Trotz dieser Tragödie blieb Milos ein kulturelles Zentrum, besonders in römischer Zeit, als das antike Theater und die frühchristlichen Katakomben (1.–5. Jh. n. Chr.) entstanden.
Die Venus von Milos – Ein Fund mit weltweiter Wirkung
Am 8. April 1820 entdeckte ein Bauer namens Yorgos Kentrotas (oder Bottonis) in den Ruinen eines Gymnasions die berühmte Venus von Milo, eine marmorne Aphrodite-Statue aus dem 2. Jh. v. Chr.. Ein französischer Marineoffizier, Olivier Voutier, erkannte ihren Wert und vermittelte den Verkauf an Frankreich – unter umstrittenen Umständen, da osmanische Behörden und lokale Händler involviert waren. Die Statue, der vermutlich die Arme bereits bei ihrer Auffindung fehlten, wurde im Louvre ausgestellt und avancierte zum Symbol klassischer Schönheit. Bis heute fordert Griechenland ihre Rückgabe.
Mittelalter und Neuzeit: Piraten und Bergbau
Im Mittelalter diente Milos als Piratenversteck – die Höhlen von Kleftiko zeugen davon. Ab dem 19. Jahrhundert prägte der Bergbau die Insel: Schwefel, Baryt und Bentonit wurden abgebaut, was bis heute im Bergbaumuseum dokumentiert ist.

Areti Beach auf der Insel Milos
Die schönsten Orte auf Milos
Alle größeren Dörfer aus Milos liegen im Nordosten der Insel und sind nicht weit voneinander entfernt. Der westliche Teil von Milos ist weitestgehend unberührt und nur auf holprigen Pisten oder mit dem Boot zu erreichen.
Plaka
Die malerische Hauptstadt Plaka von Milos besticht durch ihre typisch kykladische Architektur mit weiß getünchten Häusern, engen Gassen und blauen Türen, die sich wie ein Labyrinth den Hügel hinaufziehen. Besonders ist der Panoramablick von der venezianischen Festung Kastro – der beste Ort für spektakuläre Sonnenuntergänge über der Ägäis – sowie das archäologische Museum. Es präsentiert eine faszinierende Sammlung von Fundstücken von der Jungsteinzeit bis zur Spätantike, darunter Objekte aus der bronzezeitlichen Siedlung Phylakopi und der antiken Stadt Milos. Besonders hervorzuheben ist die Replik der berühmten Venus von Milos, deren Original im Louvre ausgestellt ist, sowie prähistorische Obsidianwerkzeuge und antike Inschriften, die die reiche Geschichte der Insel beleuchten.

Gasse im Ort Plaka auf Milos
Klima
Klima ist ein malerisches Fischerdorf an der Nordküste von Milos, unweit von Plaka, bekannt für seine farbenfrohen Syrmata – traditionelle zweistöckige Häuser, deren untere Etagen einst als Schiffsgaragen für Fischerboote dienten und heute oft als Ferienunterkünfte genutzt werden. Die pastellfarbenen Türen und Fensterrahmen, die mit übrig gebliebener Bootsfarbe gestrichen wurden, schaffen eine postkartenreife Kulisse, besonders bei Sonnenuntergang über der Ägäis. Mit nur einer Taverne (Astakas), einer kleinen Kirche und einer Handvoll Einwohnern bewahrt der Ort seine ursprüngliche Atmosphäre und ist ein beliebter Fotospot für Reisende. Dabei sollte aber die Privatsphäre der Bewohner berücksichtigt werden!

Der charmante Ort Klima auf Milos
Adamas
Adamantas (oder Adamas) ist das pulsierende Herz von Milos und dient als Hauptanlaufpunkt für Fähren mit seinem großen Naturhafen, wohl einem der sichersten der Ägäis. Das Hafenstädtchen bietet eine lebendige Atmosphäre mit zahlreichen Tavernen, Cafés und Geschäften entlang der Uferpromenade, wo Besucher*innen den typisch griechischen Hafenflair genießen können. Besondere Highlights sind das interessante Bergbaumuseum, das die mineralische Geschichte der Insel zeigt, und die Möglichkeit, von hier aus Bootstouren zu den spektakulären Küsten von Milos zu starten.
Firopotamos
Firopotamos ist ein malerisches Fischerdorf an der Nordküste von Milos, das mit seinen weißen Syrmata (traditionellen Bootshäusern) und einer kleinen weißen Kapelle am Meer (Agios Nikolaos) ein echtes Postkartenmotiv bietet. Der dazugehörige Kieselstrand besticht durch kristallklares, flaches Wasser – ideal für Familien und Schnorchler – und wird von den charakteristischen Felsformationen der Insel eingerahmt. Die ruhige, ursprüngliche Atmosphäre und der Blick auf die untergehende Sonne machen Firopotamos zu einem der romantischsten Orte der Insel.

Fyropotamos
Pollonia
Pollonia ist ein charmantes Fischerdorf im Nordosten von Milos, das mit seiner ruhigen Atmosphäre und malerischen Promenade besticht. Der kleine Hafen ist gesäumt von gemütlichen Tavernen, die frischen Fisch und Meeresfrüchte servieren, während der nahegelegene Sandstrand zum Entspannen einlädt. Als Ausgangspunkt für Bootsausflüge zur Nachbarinsel Kimolos (nur 1 km entfernt) und zur unbewohnten Insel Polyegos bietet Pollonia einen perfekten Mix aus Idylle und Abenteuer.
Weitere charmante, kleinere Ansiedlungen sind Mandrakia (kleiner Ort an der Nordküste, Firopotamos (abgelegene Bucht im Norden) und Tripiti (nahe Plaka) mit römischem Theater und den Katakomben von Milos (früh christliche Begräbnisstätte).
Die Strände von Milos
Die Strände von Milos sind ein faszinierendes Kaleidoskop der Natur – von schneeweißen Felsbuchten über vulkanische Schwarzsandstrände bis zu smaragdgrünen Lagunen spiegelt sich die vulkanische Vielfalt der Insel in ihrer Küstenlandschaft wider. Fast jeder der über 70 Strände zählt zu den Sehenswürdigkeiten von Milos und erzählt seine eigene Geschichte: einzigartige Gesteinsformationen, kristallklares Wasser und eine Atmosphäre, die zwischen Abgeschiedenheit und lebendiger Badekultur oszilliert. Stellvertretend werden hier einige aufgeführt:
Sarakiniko
Der Strand von Sarakiniko ist der berühmteste von Milos – eine surreal anmutende Mondlandschaft aus schneeweißem, windgeformtem Vulkangestein, die sich wie eine Skulptur ins türkisblaue Meer erstreckt. Die faszinierende Felsformation mit ihren natürlichen Sprungplattformen und versteckten Buchten lädt zum Klippenspringen, Schnorcheln und atemberaubenden Fotoaufnahmen ein. Obwohl es kaum klassischen Sandstrand gibt, ist die einzigartige Atmosphäre dieses „Naturwunders“ besonders bei Sonnenaufgang oder unter dem Vollmond unvergesslich.

Strand von Sarakiniko
Kleftiko
Kleftiko ist kein Strand im klassischen Sinn, sondern eine spektakuläre Felsenbucht im Westen der Insel, die nur per Boot erreichbar ist. Die bizarren weißen Felsformationen mit ihren Höhlen und Tunneln dienten einst Piraten als Versteck und bieten heute ein einzigartiges Schnorchelparadies mit kristallklarem Wasser. Die dramatische Kulisse aus steilen Klippen, weißen Felsen und smaragdgrünen Lagunen macht Kleftiko zu einem absoluten Höhepunkt jeder Milos-Reise.
Sykia-Höhle
Die Sykia-Höhle ist eine der spektakulärsten Meereshöhlen von Milos – eine riesige, eingestürzte Karsthöhle mit einem natürlichen Dachdurchbruch, durch den die Lichtstrahlen magisch ins türkisblaue Wasser fallen. Die Höhle ist nur mit dem Boot erreichbar und bietet atemberaubende Bade- und Schnorchelmöglichkeiten in ihrem glasklaren Becken. Besonders bei ruhiger See können Besucher mit kleinen Booten oder auf organisierten Touren in die mystische Grotte einfahren und die faszinierende Akustik sowie die schimmernden Felswände bestaunen.
Tipp: Kombiniere bei einer Tagestour einen Besuch mit der nahegelegenen Kleftiko-Bucht!
Tsigrado
Tsigrado Beach ist einer der abenteuerlichsten Strände von Milos, versteckt in einer kleinen Bucht im Süden der Insel und nur über eine steile Holzleiter oder ein Seil erreichbar. Der abgeschiedene Strand bezaubert mit fast weißem Sand, glasklarem Wasser und hohen Felswänden, die für natürlichen Windschutz sorgen. Die etwas herausfordernde Anreise belohnt Besucher mit einer fast privaten Badeerfahrung und unberührter Natur.

Der kleine, schlecht zu erreichende Strand Tsigrado
Fyriplaka
Fyriplaka begeistert mit einem der längsten Sandstrände von Milos, gesäumt von spektakulären rot-weißen Felsklippen, die ein faszinierendes Farbspiel mit dem türkisblauen Meer bilden. Der gut organisierte Strand bietet Liegenverleih und eine Strandbar, bleibt dabei aber weitläufig genug, um auch in der Hochsaison entspannte Badeatmosphäre zu garantieren. Besonders reizvoll ist der Kontrast zwischen dem weichen Sand, den bizarren Felsformationen und dem seichten, kinderfreundlichen Meer.
Papafragas
Papafragas im Nordosten ist eine der dramatischsten Buchten von Milos, wo steile Felswände eine schmale, türkisblaue Lagune wie ein natürliches Amphitheater umschließen. Der Strand besteht eigentlich aus zwei kleinen Buchten – eine mit feinem Kies, die andere mit tiefem, kristallklarem Wasser, das Mutige von den Klippen springend erkunden. Die urwüchsige Atmosphäre und das intensive Blau des Wassers machen Papafragas zu einem besonderen Naturerlebnis, besonders in den ruhigen Morgenstunden.
Provatas
Provatas auf Milos ist ein idyllischer Sandstrand an der Südküste der Insel, etwa 9 km von Adamas entfernt. Bekannt für seinen goldgelben Sand, kristallklares, flaches Wasser und Schutz vor den typischen Nordwinden, ist er besonders familienfreundlich und ideal für Kinder geeignet. Der Strand ist teils organisiert – mit Sonnenschirmen, Liegen, Duschen und Toiletten – und bietet Tavernen und kleine Unterkünfte in unmittelbarer Nähe. Er ist leicht mit dem Auto, Roller oder Bus von Adamas aus erreichbar und verfügt über Parkplätze direkt am Strand. Provatas zählt zu den beliebtesten Stränden von Milos für ruhiges Baden, sanfte Wellen und entspannte Strandtage.
Anreise zur Insel Milos
Die griechische Insel Milos ist sowohl per Flugzeug als auch per Fähre erreichbar. Hier sind die wichtigsten Optionen im Überblick:
Anreise mit dem Flugzeug
1. Inlandsflüge ab Athen
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Direktflüge von Athen (ATH) nach Milos (MLO)
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Flugdauer: ca. 40 Minuten
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Fluggesellschaften:
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Olympic Air / Aegean Airlines
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Sky Express
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Frequenz: Mehrere Flüge täglich in der Hauptsaison
✈️ Tipp: Die Flüge sind oft schnell ausgebucht – rechtzeitig reservieren!
Anreise mit der Fähre
1. Ab Piräus (Hafen von Athen)
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Dauer:
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Schnellfähre: ca. 3,5–4,5 Stunden
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Konventionelle Fähre: ca. 6–7 Stunden
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Anbieter:
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Seajets (Schnellfähren)
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Aegean Speed Lines
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Zante Ferries (günstiger, aber langsamer)
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Abfahrtsort: Piräus Hafen, gut mit Metro und Bus erreichbar
2. Ab anderen Kykladeninseln
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Direkte Fährverbindungen gibt es z. B. von:
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Santorini
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Paros
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Naxos
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Mykonos
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Sifnos, Folegandros
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Ideal, wenn du Inselhopping machen möchtest.
🚗 Anreise mit Auto oder Motorrad
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Auf den meisten Fähren kannst du Fahrzeuge mitnehmen, falls du z. B. einen Roadtrip durch Griechenland machst.

Teilweise zu mieten: Die malerischen Fischerhäuser am Klima Beach auf der Insel Milos
Unterkünfte auf Milos
Auf der Insel Milos gibt es eine breite Auswahl an Unterkünften für jeden Geschmack und jedes Budget – von einfachen Studios und charmanten Gästehäusern bis zu stilvollen Boutique-Hotels und luxuriösen Villen mit Meerblick. Viele Unterkünfte liegen in malerischen Orten wie Adamas, Pollonia oder Plaka und bieten eine ideale Ausgangsbasis, um die Insel zu erkunden. Buchen kannst du bequem über gängige Online-Plattformen wie Buchungsportale oder Ferienwohnungsseiten, aber auch direkt über die Websites der Anbieter. Besonders in der Hauptsaison empfiehlt es sich, frühzeitig zu reservieren, da beliebte Unterkünfte schnell ausgebucht sind.
Fazit zur Insel Milos
Milos ist eine der vielseitigsten und zugleich unterschätzten Inseln der Kykladen. Mit ihren spektakulären Stränden, farbenfrohen Felsformationen, geheimnisvollen Meereshöhlen und charmanten Dörfern bietet sie eine perfekte Mischung aus Natur, Geschichte und authentischem griechischem Leben. Ob beim Baden in türkisfarbenem Wasser, beim Erkunden alter Katakomben oder beim Genießen der lokalen Küche – Milos verzaubert mit Ursprünglichkeit und Vielfalt. Ein echter Geheimtipp für alle, die Griechenland abseits der Massen erleben möchten.
Alle Fotos auf dieser Seite zu Milos: © DiscoverGreece
Letzte Aktualisierung: 5. August 2025